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Vom Kindsein und vom Erwachsenwerden

Vom Kindsein und vom Erwachsenwerden Wenn ich auf diesem Blog etwas schreibe, geschieht das immer auf dieselbe Art und Weise. Ich habe eine Idee. Erst das, dann folgt der Gedanke, wie ich die Idee weiterentwickeln könnte. Und mit absoluter Sicherheit kommt am Ende etwas anderes raus, als ich geplant hatte. Meine Idee ist gestern in mir erwacht. Weil ich nach Büchern gesucht habe, die ich schon längere Zeit nicht mehr gelesen habe. Ja, ich lese Bücher ein zweites, drittes, gerne auch ein viertes Mal, wenn sie gut sind. Ich verspüre auch jetzt noch ab und zu den Wunsch, Bücher zu lesen, die ich mit zwölf oder dreizehn schon gelesen habe. Und jedes Mal, wenn ich das tue, fühle ich mich irgendwie in meine Kindheit zurückversetzt. Ich sehe das kleine Mädchen vor mir, die Nase im Buch vergraben, gefesselt. Ich sehe das kleine Mädchen, das ich so gut kenne und das mir doch so fremd geworden ist. Den Menschen, der ich war, und der ich nur ganz selten noch bin. Manchmal kann ich es gar ...

Von Druck, Erwartungen und eierlegenden Wollmilchsäuen

Von Druck, Erwartungen und eierlegenden Wollmilchsäuen Ich war ein paar Tage auf diesem Kanal sehr still. Nicht, weil ich keine Lust gehabt hätte zu schreiben (dieser Fall tritt praktisch nie ein, nur so nebenbei). Im Gegenteil, die Ideen sind aus mir rausgesprudelt. Nein, es war die lahmste Ausrede aller Zeiten, die mich von diesem Blog ferngehalten hat. Die Arbeit. Das Büro. Der zweite Teil meines Praktikums, für den ich nicht nur unter der Woche im Hotel wohnen musste, sondern der auch eine ganz neue Erfahrung für mich war. Stress, Stress, Stress. Größtenteils bestand die Arbeit aus Aufgaben, die ich noch nie gemacht habe. Unglaublich viel Information in ziemlich kurzer Zeit, und die sollte ich dann direkt umwandeln in gründliche (und trotzdem möglichst schnell erledigte) Arbeit. Ich war überrascht, wie viel Verantwortung mir übergeben wurde. Dass Aufträge, die bis zum nächsten Tag unbedingt erledigt sein müssen, von der Praktikantin bearbeitet werden. Natürlich hat mich da...

Ein unbeschriebenes Blatt Papier

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Ein unbeschriebenes Blatt Papier Jetzt ist es also vollbracht. Auf dem Kalender steht 2017. Jeder, der das liest (und glücklicherweise auch noch ein paar Andere) ist weitestgehend unfallfrei ins neue Jahr gerutscht und hat somit 2016 unbeschadet überstanden. Vor uns liegt nun also das (noch) unbeschriebene Blatt Papier, das 2017 heißt. 52 Wochen. 365 Tage. 8760 Stunden (jetzt höre ich auf, ich bin schließlich kein Mathegenie). Und an uns ist es jetzt, dieses Blatt zu füllen. Alleine geht das nicht, so viel ist mir klar. Wir können nicht (oder zumindest nicht wesentlich) beeinflussen, was dieses Jahr in der Welt geschehen wird. Politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich. Daher habe ich beschlossen, dass es zwei weiße Blätter Papier geben wird. Eines, das uns ganz alleine gehört. Auf dem nur wir unsere Spuren hinterlassen werden. Die einzigen anderen Menschen, die darauf Einfluss nehmen können, sind diejenigen, die wir in unser Leben lassen. Und ein zweites Blatt, eines, das ...

Gedanken zum Jahresende

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Gedanken zum Jahresende Noch vier Tage und ein paar Stunden, dann ist das Jahr 2016 auch schon wieder Geschichte. In vielerlei Hinsicht (aus Sicht der Öffentlichkeit betrachtet) war es ein schreckliches Jahr für diese Welt. Terror, Angst, Tod beherrschten selbst an Weihnachten die Schlagzeilen. Auf die Gefahr hin, dass das jetzt furchtbar egoistisch klingt, widerspreche ich jetzt mal: Für mich persönlich war 2016 kein schlechtes Jahr. Im Gegenteil. Es war erfolgreich. Ich habe vieles abgeschlossen, und noch mehr angefangen. Dieses Jahr 2016 war unglaublich intensiv. Schwieriger als vergangene Jahre, aber vielleicht gerade deswegen besser. Weil ich mich nicht selbst verleugnet habe. Weil ich am Ende dieses Jahres in den Spiegel gucken kann und sage: Ja, vielleicht habe ich mir dieses Jahr nicht nur Freunde gemacht. Aber ich bin mir selbst treu geblieben. Ich habe mich für den schwierigen Weg entschieden, weil es der richtige ist. Weil ich gemerkt habe, dass ich für meine...

Dunkle Tage

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Dunkle Tage Wir haben alle ab und zu schlecht gefrühstückt, sind schlecht gelaunt, mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden, uns ist eine Laus über die Leber gelaufen – es gibt unzählige Ausdrücke für ein und dieselbe Sache: einen schlechten Tag haben. Von Zeit zu Zeit fühlen wir uns mutlos, sind genervt, vielleicht auch sauer auf uns selbst oder Andere, finden alles doof… ich könnte ewig so weitermachen. Ja, wir alle haben diese dunklen Tage, Wochen, Monate. Gerade jetzt in der "dunklen Jahreszeit“, wenn wir kaum Licht zu sehen bekommen, fällt es schwer, sich seine gute Laune zu bewahren. In elf Tagen ist Weihnachten, in 19 Tagen beginnt 2017. Das Jahr ist alt und hat uns vor viele Herausforderungen gestellt. Bedeutende Persönlichkeiten haben diese Welt verlassen: Musiker wie David Bowie, Prince und Leonard Cohen sind gestorben, Politiker wie Hans-Dietrich Genscher, Guido Westerwelle und Schimon Peres, aber auch Götz George und Muhammad Ali, um nur einige wenige zu nenne...

Ein neuer Lebensabschnitt

Ein neuer Lebensabschnitt Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Text schreiben soll. Wie ich ihn formulieren soll. Für die Meisten ist morgen ein ganz normaler Montag, für mich aber – etwas übertrieben ausgedrückt – der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Schülerin bin ich schon lange nicht mehr, vor fast einem halben Jahr habe ich mein Abiturszeugnis ausgehändigt bekommen. Doch morgen erst fängt mein Nach-Schulleben so richtig an. Ich beginne ein Praktikum, das mir Einblicke in meine zukünftige Berufswelt geben soll. Vielleicht nehme ich die Sache ein bisschen zu wichtig. Doch für mich ist das ein großer Schritt. Ich habe mich für einen Beruf entschieden, ohne mich in diesem Bereich auszukennen. Beim Studientag habe ich erst erfahren, dass es diesen Studiengang gibt. Viele Menschen aus meinem Umfeld haben auf meine Wahl mit den Worten "davon habe ich ja noch nie gehört" reagiert. Und doch – es war für mich nicht die beste, sondern die einzige Wahl. Bevor ich von di...

Advent heißt Ankunft

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Advent heißt Ankunft Gestern war Totensonntag. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen geschockt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Jetzt ist wieder Weihnachtslieder singen und Plätzchen backen angesagt. Ich habe mir vorgenommen, das alles dieses Jahr ganz bewusst zu tun. Kein Schulstress, keine Klausuren – sondern stattdessen demnächst ein Praktikum in einem Bereich, der mich sehr interessiert und auf mein Studium vorbereiten wird. Nächste Woche ist dann der erste Advent. Als jemand, der acht Jahre Latein in der Schule hatte, weiß ich natürlich genau, dass das Wort "Advent" vom lateinischen advenire kommt, was "ankommen" bedeutet. In der christlichen Religion bezieht sich das auf den Messias. Auf Weihnachten. Aber man kann auch ein Stück weit selbst einen Advent erleben, eine Ankunft bei sich selbst. Und das ist mir in diesem Jahr so gut gelungen wie noch nie. Mit meiner Schulzeit habe ich auch meine Kindheit abgeschlossen. Den Weg, den ich eingeschlagen ha...