Ein Spaßverderber-Post


Von unerwünschten Nörgeleien


Dieser Text war nicht geplant. Eigentlich wollte ich lieber über was Anderes schreiben und noch dazu platzt meine To-do-Liste aus allen Nähten. Doch dann habe ich etwas auf Twitter gesehen und kurzerhand beschlossen: Das muss jetzt sein. Weil ein Hashtag sich in meiner Timeline ausgebreitet hat und weils mich geärgert hat. Und weil ich manchmal nur schwer den Mund halten kann.
#schlemraz heißt der Hashtag. Und wer jetzt verzweifelt versucht das auszusprechen: schlechteste Musikrichtung aller Zeiten. Definiert von jedem, der will. Rein nach persönlichem Geschmack.
Den darf und soll zwar jeder haben. Aber ernsthaft? Musik, ausgerechnet Musik, sowieso schon so "geschmäcklerisch" wie nichts sonst. Und derjenige, der die Musik gerne hört, die bei anderen Twitter-Usern auf der #schlemraz-Liste gelandet ist, hat den schlechtesten Musikgeschmack aller Zeiten? Nein, nein und nochmals nein. Ich kann nichts Schönes an diesem Hashtag finden.
Das musste jetzt einfach raus. Weil es mich nervt, dass Andere einem immer wieder sagen oder zeigen wollen, was gar nicht geht. Dass Andere die einzig wahre Wahrheit für sich gepachtet haben wollen. Wenn Ihr was nicht mögt, dann lasst es halt. Zugegeben, das funktioniert nicht in allen Lebenslagen. Aber bei Musik ist es einfach. Hört was Anderes, dreht das Radio leiser, schaltet um. Stellt Euch eine eigene Playlist zusammen und lasst denjenigen, die Freude an den ach so schrecklichen Liedern haben, ihren Geschmack. Einfach, oder?  


Nein, ich will nicht immer nur wissen, was Ihr für absolut unmöglich haltet. Ich will, dass jeder von Euch die Musik hört, die Bücher liest, die Serien und Filme guckt, die Euch gefallen. Ich will, dass Eure Augen leuchten, dass Ihr laut und vergnügt mitsummt, völlig abtaucht in eine andere Welt. Ohne Stirnrunzler und Naserümpfer. Ohne Hashtags, die definieren sollen, was schlecht ist. Ja, vielleicht bin ich heute ein bisschen auf Krawall gebürstet. Das ist aber gut so, auch wenn mir nachher vielleicht Leute erzählen wollen, warum dieses #schlemraz eigentlich ganz toll und cool ist. Ich mach auch gerne weiterhin den Mund auf und gebe den Spaßverderber. Weil ich erst vor wenigen Wochen selbst ein bisschen wehrlos dastand, als ein Mensch, der mir eigentlich wichtig ist, mir erklären wollte, warum einer meiner Lieblingsfilme ganz furchtbar ist. Ich habe mich angegriffen gefühlt, auch wenn es nicht als Attacke gemeint war. Ich war verletzt, weil uns Menschen Dinge nun mal nicht völlig ohne Grund gefallen. Wir finden uns wieder in den Protagonisten von Filmen, Serien und Büchern. Liedtexte treffen uns tief ins Herz. Und wenn dann jemand kommt und sagt, alles blöd, dann ist das irgendwie auch ein Stück eigene Persönlichkeit, das da niedergemacht wird. Zumindest wenn Euch Filme, Bücher, Musik auch so viel bedeuten wie mir.
Vielleicht hab ich das alles wieder mal ganz falsch verstanden, vielleicht verstehe ich keinen Humor, vielleicht bin ich nicht kritikfähig. Nicht für Social Media gemacht. Keine Ahnung. Doch dieser Blog hier ist mein Baby und wenn ich irgendwo meine Gedanken und Gefühle einfach rauslassen darf, dann hier. Glaubt es oder nicht, es hat mir irgendwie gut getan, mir hier Luft zu machen. Und jetzt geh ich raus, das schöne Wetter genießen.


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