Streit und Stress


Wanted: Zeit

Stress, Stress, Stress. Sieben Tage die Woche. Ich jammere. Ich habe keine Zeit für Dinge, die ich mag. Ich weiß, ihr rollt mit den Augen und sagt "das haben wir alle nicht". Also gut. Sind wir halt jetzt Verbündete.
 

Ein Blick auf meine To-do-Liste reicht, schon schlackere ich mit den Ohren. Oje, wie soll ich das alles noch hinkriegen? Klausuren, Hausarbeiten, Referate, die Probenfreizeit mit meinem Orchester – die Verpflichtungen häufen sich. Und momentan, da bin ich ganz ehrlich, habe ich keine Ahnung, wie ich das alles schaffen soll. Erst kürzlich habe ich in einer WhatsApp geschrieben, dass ich einen Zeitumkehrer wie bei Harry Potter brauche. Ja, verdammt. Jeder Tag hat nur 24 Stunden und schlafen muss man auch irgendwann. Überraschend, ich weiß, aber auch ich brauche Schlaf. Und ich bin ja nun mal ein Mensch, dessen persönliche Bedürfnisse auf der eigenen Prioritätenskala ganz am Ende kommen. Bleib ich halt noch eine Stunde wach und arbeite die Gruppenpräsentation aus, macht ja keiner außer mir. Das Mittagessen lass ich sausen. Stattdessen treffe ich mich mit meinen missgelaunten Gruppenmitgliedern, die noch weniger Lust auf das ganze Procedere haben als ich. Ja, das ist ein Jammerbeitrag. Aber wo soll ich den schon anbringen, wenn nicht hier? Wir sind doch Verbündete, haben wir ausgemacht. Und deshalb halten wir jetzt auch bitte alle zusammen. Kein böses Blut in Arbeitsgruppen wäre mal ein guter Vorschlag. Mit Menschen zusammenarbeiten, die sich wirklich alle Mühe geben, Gruppen bilden, in denen nicht die ganze Arbeit an einer Person hängen bleibt. Mir wurde heute erst vorgeworfen, ich würde mich zu wichtig nehmen, für unentbehrlich halten. Das unfassbar Dumme an der Sache: Irgendwie bin ichs tatsächlich. Wenn 90% der Recherche und des Inhalts ausschließlich von mir erledigt werden, soll ich dann so tun als hätte ich nichts gemacht? Keine Ahnung. Ich war schon immer die, die im Hintergrund die Fäden gezogen hat. Lorbeeren haben andere abgeräumt. Und irgendwie hab ich davon die Nase voll. Vielleicht war ich deshalb heute ein bisschen auf Krawall gebürstet, als ich mit diesem Vorwurf konfrontiert wurde.
 

Egal. Drei Wochen noch, dann ist es vorbei. Ich fange jetzt schon damit an, mir Filme zu notieren, Serien runterzuladen für die freie Zeit. Das Schöne: In meine Ferien fallen sowohl die Olympischen Winterspiele als auch die Oscarverleihung. Ich bin Sportfan und ein bisschen bekloppt in Bezug auf die Oscars. Zwei Dinge, auf die ich mich freuen kann. Das ist schon mal gut. Und alles andere geht auch irgendwie vorbei.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Fernweh

Therapietagebuch

Ein Spaßverderber-Post